Blockadetechniken: die interscalenäre Blockade des Plexus brachialis (nach Winnie)


Zum Seitenanfang Indikation:

Operationen im Bereich der Schulter und des Oberarmes.


Zum Seitenanfang Lagerung:

Patient in Rückenlage, der Kopf zur kontralateralen Seite geneigt. Zur besseren Identifizierung der Mm. Scaleni sollte die Schulter der zu stimulierenden Seite etwas nach unten gezogen werden (Anatomie).


Zum Seitenanfang Leitstrukturen:

In der Höhe des Krikoids werden lateral des klavikulären Ansatzes des M. sternocleido-mastoideus der M. scalenus anterior und der M. scalenus medius aufgesucht (Anatomie). Die zwischen diesen Muskeln befindliche Lücke (Scalenuslücke) wird identifiziert. Der durch die Scalenuslücke ziehende Plexus liegt dicht unter der (derben) Halsfascie.

Leitstrukturen
  1. Vena jugularis
  2. Punktionsstelle
  3. M. scalenus medius
  4. M. scalenus anterior
  5. M. sternocleido mastoideus
  6. Cricoid


Zum Seitenanfang Technische Durchführung:

Nach Tasten und Identifizierung der Leitstrukturen wird die Scalenuslücke in der Höhe des Cricoids markiert. Kranial und kaudal der Einstichstelle wird die Haut zwischen Zeige- und Mittelfinger leicht gespannt. Unter Verwendung eines Nervenstimulators mit einer anfänglichen Stromstärke von 0,6 mA wird eine Stimulationskanüle (technische Hilfsmittel, Fa. Pajunk) jeweils in einem Winkel von ca. 30° medial, kaudal und dorsal eingeführt. Die Punktionsstelle des infraclaviculären Zugangsweges kann zur Optimierung der Stichrichtung hilfreich sein. Vom markierten Punktionsort an der lateralen Halsseite aus, wird die Stimulationskanüle in einem Winkel von 30° auf die infraclaviculäre Punktionsstelle hin vorgeschoben. Beim Erreichen der Halsfascie spannt sich diese an. Nach Durchtritt (leichtes Loss) ist mit ersten Reaktionen des Plexus zu rechnen. Nach Reduktion des Stromes auf 0,3 - 0,2 mA erfolgt die Injektion von 20 ml Xylonest 1% ® und 10 ml Naropin 0,75% ®.

Technische Durchführung I
Technische Durchführung II



Zum Seitenanfang Katheteranlage:

Vorgehen wie oben beschrieben. Abweichend ist hier die Art der Stimulationskanüle (Plexolong Katheterset, Fa. Pajunk). Zum besseren Einbringen der Kanüle sollte vorab eine kleine Stichinzision gemacht werden. Nach Stimulation wird nach Bolusgabe von 20 ml Xylonest 1% ® ein hierfür geeigneter Katheter implantiert. Der Katheter sollte 3-5 cm über die Nadelspitze hinweg vorgeschoben werden.


Zum Seitenanfang Besonderheiten:

Identifikation der Scaleni kann problematisch sein. Manchmal hilft es, daß der Patient seinen Kopf von der Unterlage anhebt um eine bessere Orientierung zu bekommen (M. sternocleidomastoideus). Die Scaleni sind oftmals durch die Neigung des Kopfes zur kontralateralen Seite und durch Herunterziehen der Schulter besser zu identifizieren. Sollten Reaktionen des Plexus nach Durchtritt durch die Fascie ausbleiben, ist die Punktionsstelle in der Regel falsch gewählt (Fehler und Gefahren). Ausgeprägte Hornersyndrome sind nicht selten und auch der N. recurrens und der N. phrenicus entzieht sich nicht selten der Blockade.

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